Milch

Der Konsum von Kuhmilch - ob als Getränk oder als sog. Milchprodukt, wie z.B. Käse, Butter, Sahne und Joghurt - wird in unserer Gesellschaft als etwas natürliches ausgegeben. Diese Vorstellung ist so weit verbreitet, dass nicht wenige Menschen den Zusammenhang zwischen Schwangerschaft, Geburt und Milch so sehr ausgeblendet haben, dass sie tatsächlich der Ansicht sind, eine Kuh würde automatisch Milch geben: Doch die Voraussetzung der Milchbildung ist, dass eine Kuh schwanger gewesen ist und ein Kalb geboren hat. Kühe bilden Milch als Nahrung für ihre Kinder und nicht etwa, um von Menschen gemolken zu werden und sie mit Milch zu versorgen.


Hätten Menschen nicht den Wunsch und Willen gehabt, Kuhmilch für sich zu nutzen, so würde eine Kuh nach wie vor nur soviel Milch bilden, wie ihr Kind benötigt. Dass die Kühe, die als Milchkühe benannt und betrachtet werden, heutzutage ein vielfaches dieser Milchmenge "produzieren", liegt nicht an ihrem Sein - nicht an ihrem Wesen, wie es mit dem Begriff 'Milchkuh' suggeriert wird -, sondern daran, dass ihr Leben von Menschen gezielt nach dem Ausbeutungsziel 'Milch' ausgerichtet wurde. Das Verhältnis von Menschen zu den sog. Milchkühen ist keinesfalls eins zum gegenseitigem Nutzen (d.h. symbiotisch). Das nicht zuletzt in den Werbebotschaften der Milchindustrie verbreitete Bild von glücklichen Kühen, die dem Menschen aus lauter Dank für "Kost und Logis" - nachdem sie ihre Kälber gesättigt haben -, Milch geben, ist eine Fiktion, ein Entwurf der Phantasie - ein Mythos. Mit diesem Bild wird eine freiwillige Milchabgabe und die Harmlosigkeit des Milchkonsums suggeriert. Es wird verschleiert, dass die Kühe als Sklavinnen gehalten (und gezüchtet) werden.


Keine Kuh gibt den Menschen Milch, sie wird ihnen - und zumeist auch ihren Kälbern - gestohlen: Die Milch ist von Kälbernahrung zur Ware gemacht worden. Die Kälber werden, ebenso wie ihre Mütter, als Wesen im Dienste der Menschheit, als Nutztiere betrachtet, ausgebeutet und schließlich ermordet. Eine "Milchkuh" wird, sobald sie mit ca. 2 Jahren schwanger werden kann, jährlichen, ca. 9-monatelangen Schwangerschaften unterworfen. Diese sind heutzutage überwiegend durch eine gewaltsame "künstliche Besamung" (ein verharmlosender Begriff) erzwungen. Die Kälber werden ihren Müttern in der Regel - auch bei "Bio-Betrieben" - kurz nach der Geburt, meist nach wenigen Stunden, fortgerissen. Die gewaltsame Trennung ist leidvoll für beide: Mutter und Kind. Tagelang sind die verzweifelten und erschütternden Klagen trauernder Individuen zu hören, doch sie werden nicht erhört. Bei diesem Kidnapping gibt es kein Happy-End, es ist von vornherein nie geplant gewesen.

 

Was wird den geraubten Rinderbabies angetan?

 

Kälber in Gruppenhaltung
Kälber in Gruppenhaltung

Ein Teil der Töchter der "Milchkühe" ist als nächste Generation von Sklavinnen für die Milchwirtschaft vorgesehen. Die übrigen Kälber werden (häufig bis zur 8. Lebenswoche in kleinen Einzelboxen gefangen) gemästet und umgebracht; im Alter von 4-6 Monaten, um ihre Körperteile als "Kalbfleisch", mit 1-2 Jahren, um diese als "Rindfleisch" zu verkaufen. Das Kolostrum, die speziell zusammengesetzte Milch für die ersten Lebenstage, wird den Kälbern noch gegeben. Nur wenige Kälber - zumeist die in "Bio-Betrieben" gehaltenen - bekommen danach Milch, die direkt gemolken wurde. Üblicherweise erhalten sie einen sog. Milchaustauscher, einige werden zu sog. Ammenkühen gesteckt.


Die gleichen Ausbeutungsschicksale stehen auch den wenigen Kälbern bevor, die länger bei ihren als "Milchkuh" gemolkenen Müttern gelassen werden bzw. denen es ermöglicht wird, diese mehrmals täglich im Stall zu "besuchen". Bei dieser sehr seltenen "muttergebundenen Aufzucht" können, wie es in der Sprache ihrer AusbeuterInnen heißt, (unerwünschte) Milchejektionshemmungen die Folge sein. Die übliche frühe Trennung, also zu einem Zeitpunkt, wo die Bindung einer Kuh zu ihrem Kind noch wachsen würde und sie (u.a. zuchtbedingt) noch soviel Milch bildet, dass sie sie nicht halten kann, wird auch deshalb vollzogen, um zu vermeiden, dass die "Milchkühe" die Milch für ihre Kinder halten würden.

 

Und was passiert ihren Müttern?

Der Kinderraub erfolgt, um eine optimale Ausbeute an Milch zu erzielen und um die Nutzung der Milch für den Menschen zu ermöglichen. Nun gibt eine Kuh keine Milch mehr, sondern das Melken ist etwas, was ihr 2-3mal am Tag angetan wird. Ihr Kalb würde weitaus häufiger am Tag kleinere Mengen an Milch saugen. Eine "Milchkuh" würde schon von daher nicht solche riesigen belastenden Mengen an Milch mit sich rumschleppen. Sie wird - durch Zucht, Fütterungsregime, buchstäbliches Leermelken - dazu genötigt, 10mal soviel Milch zu bilden, wie ihr Kind benötigen würde, was häufig mit schweren gesundheitlichen Folgen einhergeht.


Es ist nicht so, dass "Milchkühe", nachdem sie ein Kind zur Welt gebracht haben, auf alle Zeit Milch bilden (ein Kalb würde 6-12 Monate Milch trinken). So werden sie üblicherweise 2-3 Monate nach einer Geburt erneut schwanger gemacht, um für einen möglichst kontinuierlichen und hohen "Milchfluß" zu sorgen. Gilt eine Kuh nicht mehr als produktiv genug - u.a. bedingt durch Krankheit oder Unfruchtbarkeit -, so wird auch noch das Letzte, was ihr geblieben ist, aus ihr herausgeholt: ihr Leben! Sie wird ermordet, um als "Fleisch" gegessen zu werden. Als Individuum wurde sie allen Beteuerungen zum Trotz nie geschätzt. Eine Kuh hätte eine Lebenserwartung von ca. 20-25 Jahren, doch als ausgebeutete "Milchkuh" wird sie heute durchschnittlich 5 Jahre alt.

 

Die Milch macht's:
Gewalt, Raub, Kidnapping, Terror und Mord.

Rind nach Bolzenschuss
Ein Rind im Schlachthof:
Durch Betäubung wehrlos gemacht

Das Trinken von Milch (auch der von anderen Arten, wie z.B. Schafsmilch, Ziegenmilch) bzw. der Konsum von "Milchprodukten" beinhaltet zwar nicht unmittelbar, wie der Verzehr von "Fleisch", den Mord eines nichtmenschlichen Individuums, aber dennoch ist die zur Ware gemachte Milch stets mit Mord verbunden. Die Milchindustrie ist untrennbar mit der "Fleischindustrie" verbunden. Auch von VegetarierInnen wird gerne verdrängt, dass die Milch zwar äußerlich nach wie vor weiß ist, sie aber tatsächlich, zur Ware gemacht, blutrot von den Opfern des Milchkonsums ist. Auch darin unterscheidet sich die - von TierschützerInnen angepriesene - sog. Bio-Milch nicht von der übrigen geraubten Milch: Jeder Tropfen Milch, den eine Kuh für ihr Kind bildet, steht nur ihrem Nachwuchs zu. Jeder Tropfen Milch, der über das hinausgeht, was eine Kuh für ihr Kind bilden würde, und von Menschen herausgepreßt wird, ist ein Raubbau an ihrem Körper. Kein Mensch ist für seine/ihre Ernährung darauf angewiesen, Milch und sog. Milchprodukte zu konsumieren [als Babies werden wir von unseren Müttern selbst mit (Menschen-)Milch versorgt], wie es uns u.a. die Milchindustrie weismachen will.

 

Mit jedem Schluck Milch, mit jedem Stück Milchschokolade, mit jedem Käsebrötchen, ... wird Rindern konkret Gewalt angetan, wird ein System aufrechterhalten, in dem Kühe als Wesen im Dienste der Menschheit angesehen werden. Die Benennung von nichtmenschlichen Tieren als Milchkuh, Mastkalb, aber auch z.B. als Legehenne oder Schlachtgeflügel - also nach Ausbeutungskriterien - ist ein Ausdruck der Ideologie des Speziesismus. Demgemäß wird es als unser Recht angesehen, die anderen tierlichen Spezies zu (be)nutzen, sie auszubeuten und umzubringen. Sie gelten als unser Eigentum. Vegan zu leben ist die Konsequenz daraus, nichtmenschliche Tiere zu respektieren, ihnen nicht als "Nutztier", "Schlachtvieh", ... gegenüberzutreten, sie nicht als z.B. Nahrung, NahrungsmittellieferantInnen, Kleidung oder Forschungsobjekte zu betrachten, sondern als Individuen, die vom Eigentumsstatus zu befreien sind. Veganismus ist die Grundlage dafür, mit dem Speziesismus zu brechen.

Quelle:

Antispeziesistische Tierrechtsinitiative www.gegen-speziesismus.de

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