Fisch

Der Verzehr von "Fisch" wird uns von klein auf als eine Selbstverständlichkeit vorgelebt und präsentiert. Fische wären, so heißt es - ebenso wie z.B. Rinder und Hühner - zu unserer freien Verfügung da, nicht zuletzt, um uns als Speise - als sog. Speisefisch - zu dienen. Zur Rechtfertigung dieser aneignenden Haltung gegenüber Tieren, die nicht zur Spezies Mensch gezählt werden, reicht vielen Menschen der Verweis auf eine sog. Gottgegebenheit, während andere sich dafür z.B. auf eine "Andersartigkeit der Tiere" beziehen. Doch wie sehr ein nichtmenschliches Tier sich auch von einem Menschen unterscheiden mag, so gleichen wir uns darin, dass unser Leben für uns selbst - d.h. ungeachtet von Nützlichkeitserwägungen anderer - in all seinen Dimensionen, wie z.B. Freude, Leid, Schmerz, Wohlergehen und Geselligkeit, etwas ausmacht und von Bedeutung ist. Wir allesamt sind - ungeachtet der Spezies - Individuen: Jemand, nicht Etwas! Darin unterscheiden wir uns sowohl von einem Baum, einem Grashalm, einer Möhre, einem Apfel, als auch von einem Stein oder einem Radio. Wer sich mit der realen Welt beschäftigt und sich nicht in weltfremde Abstraktionen flüchtet, weiß und spürt, dass zwischen dem Töten eines nichtmenschlichen Individuums und z.B. dem Herausziehen einer Möhre ein kategorischer Unterschied besteht. In den Statistiken der "Fischindustrie" kommt der einzelne Fisch als Individuum nicht mehr vor. Die Anzahl der ermordeten Fische wird im Waren-Maß Tonnen angegeben.
Der verzweifelte Überlebenskampf eines - ob per Netz, per Haken oder per Hand - aus dem Wasser gezogenen Fisches, das Winden und Krümmen, das um-Atem-Ringen usw. dieses Individuums und nicht zuletzt der gewaltsame Tod, ist nicht mit einer Apfel-, Kartoffel- oder Getreideernte zu vergleichen. Es ist Mord an einem empfindenden Lebewesen. Unzählige Morde für den "Guten Appetit!".


Der Großteil der Opfer der "Fischindustrie" - rund ¾ der verspeisten Fische - wird aus den Weiten der Meere herausgezogen, wobei Fischschwärme heute oft mit elektronischen Hilfsmitteln aufgespürt werden. Einige Menschen zeigen sich besorgt bzgl. der "Überfischung" der Meere. Ihre Sorge gilt jedoch nicht den Fischen als Individuen, sondern sie fürchten einen Kollaps des Ökosystems und der "Ressource (Speise)Fisch".
Um die Fische an Bord zu zerren, werden Netze oder sog. Langleinen mit bis zu 30.000 Haken benutzt. Jede Fangart ist für die gefangenen Individuen mit Leid verbunden, ihnen wird ihre Freiheit entzogen, eine Erfahrung, die mit dem Begriff ‚Stress' verharmlost werden würde. Bei den Schleppnetzen - die für die "Fischindustrie" am bedeutsamsten sind - ist es z.B. so, dass alle Fische in das geschlossene Ende des Netzes gezwungen werden, welches über Steine o.ä. hinweg von einem oder mehreren Schiffen gezogen wird, so dass die Fische Verletzungen erleiden, indem sie sich z.B. ihre Schuppen an ihren Mitgefangenen abschaben. Bei Stellnetzen bleiben die Fische, die nicht kleiner als die Maschen sind, in den nahezu unsichtbaren Nylonnetzen hängen. Sie können weder durch die Maschen hindurch, noch können sie rückwärts entkommen, da sie mit Kiemen und Flossen am Netz hängenbleiben. Beim Versuch sich zu befreien fügen sich viele Verletzungen zu, an denen sie verbluten können. Werden die Fische aus dem Wasser gezogen, fangen sie - da ihre Kiemen lediglich den in Wasser gebundenen Sauerstoff aufnehmen können - langsam an zu ersticken. Werden sie dabei aus einer großen Tiefe herausgezerrt, so sind sie einem solchem Unterdruck ausgesetzt, dass ihre Schwimmblase zerplatzen kann, Magen und Speiseröhre aus dem Mund herausstoßen oder auch die Augen hervorquellen können. Dermaßen verstümmelt "zappeln" die Überlebenden dieses Terrors mit ihrer letzten Kraft, verzweifelt nach Atem ringend, teilweise minutenlang an Bord des Schiffes weiter. Sie ersticken, sterben an dem Schock - dem Terror! -, dem sie ausgesetzt werden oder aber werden unter der Last anderer Opfer zerquetscht. Kleinere Fische werden auch dadurch umgebracht, dass sie auf Eis geworfen, größere, indem ihnen Hals und Bauch aufgeschlitzt werden. Der Begriff ‚Fischfang' ist im Grunde genommen verharmlosend, denn es ist etwas mit einem Fangen-Spielen unvergleichbares, ja mehr als Gefangenschaft - es ist Mord!
Die Fischzucht nimmt eine immer bedeutendere Rolle innerhalb der "Fischindustrie" ein, so dass heute fast ¼ der verspeisten Fische aus ihr stammen. In vielen Aquagefängnissen werden die Fische nicht minder intensiv gehalten, als es von der sonstigen "Massentierhaltung" bekannt ist. Dass Fische ganz oder (wie z.B. Forellen) zeitweise in Schwärmen leben, bedeutet nicht, dass Haltung ihnen nichts ausmacht. Denn auch für einen Schwarm ist es so, dass das Gewässer hier durch Käfiggitter oder Beckenmauern begrenzt ist. Auch diese Fische springen nicht freiwillig auf den Teller eines Menschen, sondern sie werden ermordet, daran ändert auch eine evtl. Betäubung nichts.
Wenn es darum geht, die Ausbeutung nichtmenschlicher Tiere zu rechtfertigen bzw. ein "gutes Gewissen" dabei - z.B. beim Verzehr ihrer Körper - zu haben, zeigt sich, zu welchen Phantasmen Menschen fähig und willens sind. Zwar findet die weltfremde Ansicht, dass nichtmenschliche Tiere keine Schmerzen empfinden können, in ihrer Pauschalität heutzutage keine große Fangemeinde, aber der Mythos, dass Fische - sowie andere sog. niedere Tiere wie z.B. Krebse und Insekten - keine Schmerzen empfinden, besteht fort. Fische sind uns in vielerlei Hinsicht fremd: sie leben im Wasser, unterscheiden sich körperlich sehr von uns, kommunizieren miteinander auf eine uns still erscheinende Art usw. Dennoch ist es keinesfalls so, dass ihre Empfindungsfähigkeit erst in wissenschaftlichen Experimenten - inklusive der Gewaltmethode Tierversuch - bewiesen werden konnte bzw. könnte. Der Mythos ihrer (Schmerz)Unempfindsamkeit ist nicht auf diese "Fremdheit" zurückzuführen, sondern auf - nicht wissen wollende - Ignoranz. Auch wenn Fische nicht auf ihre eigene Art schreien würden, sondern so, dass es für Menschen hörbar wäre, würden sie umgebracht werden, ebenso, wie auch z.B. Schweine und Rinder ermordet werden, obwohl ihre Stimmen derart zu vernehmen sind.
Manch einE TierfreundIn mag darauf achten, dass er/sie "delphin-freundlichen Thunfisch" isst, aber dass dieser mit dem Tod von mindestens einem Thunfisch erkauft ist, also thunfischfeindlich ist, ist ihm/ihr egal. Und auch manch eineR, der/die sich als VegetarierIn bezeichnet, verschlingt weiterhin ermordete Fische. Nicht nur bei ihnen gelten Fische irgendwie nicht als richtige Tiere. In unserer tierlieben Gesellschaft ist es Konsens, dass mensch "Tiere human behandeln", sie vor "unnötigem Schmerz und Leid" bewahren soll. Und so wie z.B. die Körperteile ermordeter Hühner, Rinder und Schweine mit gutem Gewissen gegessen werden, wenn sie denn nur "human" geschlachtet wurden, sollen auch Heringe, Forellen, Lachse, Sardinen, ... mit einem solchem Gewissen verspeist werden. Viele Menschen erreichen dies, indem sie die Empfindungen der Fische als nichtexistent/nichtbewiesen oder "nicht mit anderen Tieren vergleichbar" abtun. Andere, indem sie sagen, dass ihre Essensopfer frei gelebt haben. Einige TierschützerInnen setzen sich für "Bio-Fisch" oder "fairen Fisch" ein, als ob Mord jemals eine faire Angelegenheit sein könnte. Auch Tierliebe und Tierschutz sind Mittel, um die Ausbeutung und den Mord nichtmenschlicher Tiere zu rechtfertigen.

 

Unzählige Opfer: Fische, Hummer, Muscheln, Garnelen, usw. Opfer des "Appetits", des "guten Geschmacks", der "gesunden Ernährung", des "so ist es nun mal schon immer gewesen", des ... - Opfer von Menschen, die nichtmenschliche Tiere nur als Wesen im Dienste der Menschheit schätzen: Als "saftiges Steak"/"Schlachttier", als "Milchlieferantin"/"Nutztier", als "Liebling" oder "bester Freund"/"Heimtier", ... . Opfer von Menschen, die, so unterschiedlich sie auch darüber denken mögen, wie nichtmenschliche Tiere behandelt werden sollten bzw. was ihnen angetan werden darf, sich in einem einig sind: "Tiere sind für uns da!". Dies ist ein Kernsatz der Ideologie des Speziesismus, nach der Menschen das Recht dazu hätten, über die anderen Tiere zu herrschen. Der mörderische Blick auf nichtmenschliche Tiere als Nahrung, Kleidung, ... hat nichts mit ihrem Sein zu tun, sondern mit den Kategorien, die Menschen ihnen verpasst haben. Menschen, die letztendlich eins schätzen: Ihre Macht! Vegan zu leben ist eine Grundbedingung dafür, mit dieser Macht zu brechen und den nichtmenschlichen Tieren nicht nur als Individuen zu begegnen, sondern sie auch als solche zu respektieren: Als Jemand, nicht Etwas!

Quelle:

Antispeziesistische Tierrechtsinitiative www.gegen-speziesismus.de

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