Das Eierlegen ist bei Hennen - wie bei jedem anderen eierlegenden Vogel - eine Tätigkeit gewesen, die unmittelbar damit verbunden war, Leben zu geben. Bei den Hennen, die bezeichnenderweise als Legehennen benannt und betrachtet werden, ist dies schon lange nicht mehr der Fall. Vor tausenden von Jahren fingen Menschen damit an, die Fortpflanzungsfähigkeit der Hühner gezielt für ihre Zwecke auszunutzen. Sie stellten fest, dass sie Hennen dazu bringen konnten, mehr Eier zu legen, indem sie ihnen Eier aus dem Nest stahlen. Die freien Vorfahrinnen der domestizierten - also von Menschen versklavten - Hühner, die in Sozialgefügen von 5-12 Hühnern lebten, legten einmal jährlich 5-12 Eier, die sie ausbrüteten (unbefruchtete Eier waren eine Seltenheit). Die heutigen sog. Legehennen sind so gezüchtet worden, dass sie, je nachdem wie sie gehalten werden, 250 bis 300 Eier im Jahr legen können, also ca. alle 30-36 Stunden ein Ei legen müssen. Doch die Ausmaße, welche die Ausbeutung der Hühner bzw. Hennen heute angenommen haben - wie z.B. die sog. Legebatterien -, sind, so schrecklich sie für die betroffenen Individuen auch sind, nichts weiter als bloße Ausmaße: Die Folge dessen, dass Eier als Lebensmittel und Hennen als Wesen im Dienste der Menschheit, als Legehennen betrachtet werden (und wurden). Sowohl die Hennen als auch die Eier werden als Ware, als Eigentum des Menschen angesehen.
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| Kükenselektion |
Das idyllische Bild einer Henne mit ihren Küken entspricht kaum der Realität. So schlüpfen die Küken, die von kommerziellen HühnerhalterInnen - wenn sie im Alter von 17-20 Wochen die "Legereife" erreicht haben - als Legehennen ausgebeutet werden sollen, heutzutage nicht mehr im Nest ihrer Mutter, sondern in einem Brutschrank. Sie werden sogleich nach Geschlecht selektiert. Die männlichen Küken - die aus jedem zweiten Ei schlüpfen -, hierzulande jährlich 45 Millionen, sind für die Eierindustrie nutzlos und werden deshalb sogleich umgebracht, indem sie vergast oder mit rotierenden Messern zerschreddert werden. Dies ist eine Folge der ab der Mitte des 20. Jahrhunderts erfolgten Spezialisierung der Zuchtlinien nach dem Ausbeutungziel 'Ei'/'Legehenne' oder 'Fleisch'/'Hähnchen'. Zuvor überlebten die männlichen Küken zwar ihren ersten Lebenstag, aber ermordet wurden sie dennoch.
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| "Legebatterie" |
Hierzulande werden ca. 80% der "Legehennen" in sog. Legebatterien (mit zehn- oder hunderttausenden Hennen) ausgebeutet. Dort sind sie - in der Regel zu viert oder fünft - in einen Käfig eingesperrt, der jeder Henne eine Fläche von weniger als der Größe eines DIN-A4-Blatts zuweist. Hier wird zwar besonders deutlich, dass Menschen ihr Leben auf den Ausbeutungzweck "Eierproduktion" ausgerichtet haben, aber dies heißt nicht, dass das Leben der "Legehennen", die anders gehalten werden - sei es in Boden-, Volieren- Freiland- oder Biohaltung - nicht von diesem Zweck bestimmt wird. Dies wird besonders offensichtlich daran, wie mit den Hennen umgegangen wird, wenn ihre "Legeleistung" nachlässt und sie nicht mehr als produktiv genug angesehen werden. In den kommerziellen Ausbeutungsbetrieben werden sie zumeist nach einer Legeperiode, d.h. nach 12-15 Monaten des Eierlegens, ermordet. Früher lebten "Legehennen" zwar länger, aber auch sie wurden irgendwann zum Suppenhuhn erklärt und, um sich ihre Leichenteile einzuverleiben, geschlachtet. Zwar wird für ein Ei kein Tier unmittelbar, wie z.B. für ein Stück "Fleisch", umgebracht, aber der Eierverzehr - auch von VegetarierInnen - ist dennoch mit Mord verbunden: Mord an den ausgedienten "Legehennen" und an ihren für die "Eierproduktion" unbrauchbaren Brüdern.
Aber abgesehen davon: Nur weil es manchen Hennen schlechter geht als anderen, heißt das nicht, dass es letzteren gut geht oder dass sie "glückliche Hühner" sind. Auch die von TierschützerInnen
propagierte Freilandhaltung, in der z.T. tausende Vögel eingepfercht sind, ist fern von einem Sozialgefüge, welches Hühner ohne menschliche Einmischung bilden würden (so dass in den großen
Haltungen gerade jede fünfte Henne den Stall verlässt und das "Federpicken" hier ebenso an der Tagesordnung ist wie in den "Legebatterien"). Der Slogan "Kein Ei aus Quälerei!" suggeriert, dass es
am Verzehr von Eiern, an der Versklavung von Hennen grundsätzlich nichts auszusetzen gäbe. Doch: Keine Henne gibt Menschen Eier. Durch die Zucht der "Legehennen" ist das Eierlegen zwar
mittlerweile zu einer Tätigkeit gemacht worden, die selten mit dem Bedürfnis, Eier auszubrüten, einhergeht, aber die Eier werden immer noch aus und mit dem Körper einer Henne gebildet. Dass eine
Henne viele Eier legt, ist kein Ausdruck von Zufriedenheit, sondern beruht auf der Manipulation ihrer "Reproduktionsfähigkeit" durch Menschen. Jedes gelegte Ei ist eine Belastung für ihren
Körper. Wie immens der menschliche Raubbau an den Körpern der "Legehennen" ist, zeigt sich z.B. an Folgen wie spröden und gebrochenen Knochen - bedingt durch Kalziumentzug zur Eierschalenbildung
- und an Eileitertumoren.
Wer Eier konsumiert (auch in Gebäck, Nudeln usw.), diese als Lebensmittel ansieht - und seien es auch "nur die von den Hühnern im eigenen Garten, die nicht geschlachtet werden" - hält ein
System aufrecht, in dem Hennen als Wesen im Dienste der Menschheit angesehen werden. Die Benennung von nichtmenschlichen Tieren nach Ausbeutungkriterien wie z.B. Legehenne,
Schlachtgeflügel oder Milchkuh, ist ein Ausdruck der Ideologie des Speziesismus, nach der Menschen das Recht dazu hätten, Individuen anderer Spezies auszubeuten und umzubringen
bzw. zu (be)nutzen. Vegan zu leben ist die Konsequenz daraus, nichtmenschliche Tiere nicht als Mittel zum Zweck, als SklavInnen, als Eigentum, als Wesen im Dienste der Menschheit o.ä. anzusehen,
sie nicht als z.B. Nahrung, NahrungslieferantInnen, Kleidung oder Forschungsobjekte zu betrachten, sondern sie als Individuen zu respektieren und ihre Ausbeutung und ihre Ermordung nicht zu
akzeptieren. Veganismus ist die Grundlage dafür, mit dem Speziesismus zu brechen.
Antispeziesistische Tierrechtsinitiative www.gegen-speziesismus.de
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